Bornholm Adventure (2003)

Törndatum:

15. Juni bis 5. Juli 2002

Hafen Beginn / Ende:

Minde

Route

Minde - Bagenkop - Nysted - Hasle - Skillinge - Ystad - Gislövsläge - Rødvig - Vejrø - Svendborg - Minde

Seemeilen:

462

Crew:

Birgit und Thomas Dorn

Aus dem Logbuch:

15.06.02 Am Samstag direkt nach dem Fussballspiel-Deutschland/Paraguay, nach Minde gefahren, unterwegs noch in Flensburg den CITTI-Markt überfallen und leer gekauft (was man alles für drei Wochen braucht).

Als wir dann in Minde angekommen sind, blies der Wind mit 6 Bft quer zur Box - Konsequenz: Ablegen faktisch nicht möglich. Statt wie geplant nach Sønderborg zu segeln sind wir also in Minde geblieben.

16.06.02Um 8:20 ohne Frühstück abgelegt, damit wir Brit und Axel noch in Sønderborg treffen können. Brit hatte für uns Tuppeware besorgt (schon Wilfried Erdmann schrieb, "eine Weltumsegelung ohne Behälter von Tupperware könne er sich nicht  vorstellen". Gegen 12:30 sind wir dann wieder weiter nach Bagenkop, bei strahlendem Sonnenschein und achterlichen Winden ein wahres Vergnügen.

17.06.02 Nach dem Frühstück um 10:20 abgelegt. Ziel: Nysted, knapp 50 Seemeilen. Mit dem Auto also 20 Minuten (bei Höchstgeschwindigkeit). Da der Wind schwach war sind wir dagegen erst um 19:45 angekommen, dafür aber nur Sonne, Sonne und noch mehr Sonne.

19.06.02 Um 6:30 in Hasle auf Bornholm nach 18 Stunden Fahrt angekommen. Nachdem wir Gedser Riff passiert hatten, konnten wir die Segel setzen, Bei SO 4-5 ein schöner Halbwindkurs. Abends um 23:00 dann plötzlich Flaute, am Horizont erste Gewitterblitze. Kaum hatten wir die Segel geboren fing der Sturm schon an. Eine Bö erreichte 60(!) Knoten, 11 Bft! Um 1:00 war alles vorbei, wir konnten unter Motor und Genua weiter. Nach der Ankunft erstmal ausschlafen!

20.06.02 Hasle. Busrundfahrt um die Insel bei schönen Wetter.

21.06.02 Hasle. Fauler Tag im Hafen, während es draußen mit 6-7 Bft aus West stürmt.

23.06.02 Hasle. Gestern nach Rønne geradelt. Nach unserer Bussrundfahrt haben wir entschieden, in Hasle zu bleiben. Die Häfen, die wir gesehen haben sind- mit Ausnahme Rønne und Nexsø zu klein, als dass wir dort gut unterkommen. Außerdem bläst es heute mit 7 Bft aus West, voraussichtlich müssen (dürfen) wir hier sowieso noch ein paar Tage bleiben.<//font>

24.06.02 Hasle. Bustour nach Hammershus um die dortige Burgruine zu besichtigen. Anschließend weiter nach Gudhjem, danach über Rønne zurück.

24.06.02 Hasle. Bustour nach Hammershus um die dortige Burgruine zu besichtigen. Anschließend weiter nach Gudhjem, danach über Rønne zurück.

25.06.02 Ein heisser Ritt nach Skillinge (Schweden). Ursprünglich sollte es nach Ystad gehen, um Kommissar Wallander zu besuchen. Bei 5-6 Bft, aus West und 2-3 Meter Wellen war das jedoch nicht möglich. Also entschieden wir uns für Skillinge, knapp 22 SM NW von Hasle.

26.06.02 Nach Ystad gekreuzt bei 5 Bft mit der Welle vom Vortag. Hier werden wir wohl ein paar Tage bleiben müssen, für morgen ist Starkwind aus West angesagt.

27.06.02 Ystad. Gestern Abend sind noch viele Segler angekommen, es wurde richtig voll im Hafen. Für morgen ist Sturm angesagt. Wie die anderen werden  wohl auch wir hier bleiben müssen. Ystad ist eine schöne kleine Stadt mit vielen alten Gebäuden und wie gesagt, Kommissar Wallander hat hier seine Fälle gelöst!

28.06.02 Mit der Bahn nach Kopenhagen gefahren. Seit es die Öresundbrücke gibt, dauert die Fahrt von Ystad nur 80 Min. Wir sind den ganzen Tag gelaufen, haben uns alles angesehen, was wir vor 2 Jahren noch nicht gesehen haben. Nun schmerzen unsere Füße.

29.06.02 Weiterhin eingeweht in Ystad. Entsprechend ein fauler Tag an Bord. Morgens Regen, dann den ganzen Tag Starkwind aus West.

30.06.02 "Wir sind immer noch dort an dem Ort wo die Scho-Schonen schön wohnen"- in Ystad, Ein Ende ist nicht in Sicht. Wir haben wohl eine ausgedehnte Wetterlage mit immer neuen Tiefs aus West (siehe Bild). Hier im Hafen wird es richtig voll! Unser Highlight von heute -Fussball gesehen.

01.07.02 Ausgebrochen! Um 11:00 haben wir heute Ystad verlassen um nach Westen zu gehen. Ein heißer Ritt auf den Wellen (3 Mtr.) gegen den Wind unter Motor. Um 15:00 haben wir dann in Gislövsläge festgemacht, kurz vor Trelleborg.

02.07.02 Endlich wieder in Dänemark! Rødvig. Am Vormittag nach Trelleborg gelaufen und die Stadt angesehen. Außer Fährhafen nicht viel zu sehen - eindeutig mehr eine Durchlaufstation. Um 14:30 sind wir dann doch los, der Wind hatte nachgelassen und auf Südsüdwest gedreht. Nur die Welle blieb. Trotzdem ging es hart am Wind unter Segel bis ca. 10 Sm vor Rødvig, als plötzlich ein Schauer mit Sturmböen aufkam, der Wind danach wieder auf West drehte. Also mussten wir die letzten Meilen mit Motor gegen an.

Kollision!

Wir hatten uns schon längst schlafen gelegt, als wir 00:20 durch einen Schlag geweckt wurden! Die Baagø, ein ehemaliges dänisches Küstenschutzboot (24 Mtr, 70 Tonnen!) hatte uns beim Anlegen im Hafen gerammt. Es sollte uns noch zwei mal rammen, bevor sämtliche, inzwischen wach gewordenen Segler das Boot endlich unter Kontrolle und fest hatten. Der Schaden blieb zum Glück begrenzt, da wir bereits das 4. Boot im Päckchen waren, wurde der Aufprall jedes mal abgefedert. Außer einigen tieferen Schrammen, sowie einer beschädigten Badeleiter konnten wir zunächst keine Schäden feststellen.

03.07.02 Nach der Kollision in der Nacht war an Schlaf nicht zu denken. Um 10:30 sind wir also los um durch den Bøgestrom über das Smålandwasser nach Vejrø, insgesamt ca 50 Seemeilen. Den Anleger habe ich dann total versaut. Alles war chaotisch von dem Boxen, bis über den Platz zum wenden, Habe dicke "Rüffel" kassiert". 

04.07.02 Endlich ein schöner Segeltag als Entschädigung! Morgens schon um 7:20 los und bis Svendborg durchgesegelt. Wind 4 Bft aus SW, kein Regen, teilweise sogar Sonne ! - was will man mehr? In Svendborg liegen wir jetzt ala Monte Carlo, d.h. direkt an der Hafenpromenade. Ob wir es morgen bis Minde schaffen?

05.07.02 Minde! Nach einem ruhigen Tag mit wenig Wind, z.T. Flaute haben wir es geschafft. Es dürfte außerdem das erste Mal sein, dass wir Minde so wenig Wind hatten, trotz bewölktem Himmel ein schöner Abend! Morgen Vormittag wird das Schiff klar gemacht und dann geht es zu Mika!

Fazit

Es war der erste dreiwöchige Urlaub seit Jahren und es war ein Reinfall. Bornholm ist sicher eine Reise wert, aber nicht mit dem eigenen Boot. Die Rückreise ist zu wetterabhängig, wenn man wie wir Pech hat, dreht sich am Ende alles nur noch ums Ankommen. Dazu die Erlebnisse in Rødvig, die stürmischen Überfahrten und Gewitter. Seglerisch war es sicherlich eine Herausforderung, deren Meisterung sicherlich eine Leistung war, jedoch wird  so aus Erholung leicht auch Stress.